Sonntag, 24. März 2013

Hamburg - Backsteinfestung ohne Tore




Ich gebe mir wirklich Mühe.

Sage mir, dass es überall tolle Menschen, sinnvolle Aufgaben und spannende Dinge zu entdecken gibt. Die Frage ist nur: Ist es ein Kraftakt, diese zu finden, oder fliegen sie mir zu? – nicht, weil die Stadt, objektiv gesehen, toll oder unbewohnbar ist, sondern weil ich fühle, dass ich hierher passe… oder eben nicht.

Ich mag Hamburg nicht.

Ich könnte jedes Mal ganze Farbkübel über die Stadt ausschütten, damit die Backsteinhäuser ihre Knastigkeit verlieren. Ich möchte die Einwohner zum argentinischen Tango einladen, damit sie die dicken Jacken von sich werfen, die, zugegeben, bei diesem windig-nassen Wetter notwendig sind. Hamburg, ich finde dich fade und unsexy. Du denkst, du seist „schmuck“, weil du alles blank geputzt hast. Aber genau das solltest du mal lassen.

Manchmal ist das einfach so: Es gibt Menschen, Kunstwerke und Städte, zu denen man keinen Zugang findet. Sie sind wie ein Haus, um das man immer wieder herumlaufen kann, ohne je die Tür zu finden. Hamburg bleibt mir verschlossen.

Doch mein Vorstellungsgespräch läuft gut. Ich würde für eine gute Sache arbeiten, und danach suche ich ja: Eine Tätigkeit, die mir am Herzen liegt, mit soliden Bedingungen. Und das lässt mich zögern. Trotz der Backsteinmauern, in denen ich ganztags eingeschlossen wäre.

Was nun, Hamburg?